Das Thema geeignete Standorte für die Deguunterkunft wird bereits im zweiten Kapitel ausführlich behandelt. Für Details siehe daher Haltungsansprüche.
Die Unterkunft sollte für 2-5 Tiere eine Grundfläche von 120-150 cm x 60-80 cm und eine Höhe von etwa 1 m aufweisen. Grössere Käfigmasse sind natürlich wie immer besser. Detailiertere Informationen zur Käfiggrösse und empfohlene Mindestgrössen gibt es unter Haltungsansprüche.
Auf dem Bild rechts sieht man übrigens ein Vergleich einer Unterkunft gebaut nach den Mindestangaben 40 cm x 80 cm Grundfläche auf 50 cm Höhe wie das in den alten Deguratgebern empfohlen wurde im Vergleich zu einer Unterkunft gemäss den obigen Mindestmasse 130 cm x 65 cm Grundfläche auf 90 cm Höhe.
Dieser Grössenunterschied ist nicht bloss auf dem Foto gut sichtbar, sondern bei den Degus selber bemerkbar. Erst in einem so grossen Käfig können sie sich wirklich etwas austoben und haben genügend Möglichkeiten zum Klettern, vorausgestzt die Unterkunft ist gut eingerichtet.
Kleintierkäfige sind zur Haltung von Degus ungeeignet, da die
Bodenwanne aus Kunststoff ist und dem starken Nagetrieb der Degus nicht lange
standhalten würde. Ausserdem ist das Gitter meist mit Kunststoff beschichtet.
Wenn die Tiere es abnagen, und das werden sie bestimmt tun (denn gewisse Tiere
nagen bereits an blankem Gitter), dann bekommt ihnen das bestimmt nicht gut,
da sie auch einen Teil davon schlucken.
Wohl besser geeignet sind Chinchillakäfige mit einer Bodenwanne
aus Metall, die bei Züchtern verwendet werden. Chinchillas sind auch
starke Nager, so dass diese Käfige diesen zerstörungswütigen
Tieren standhalten. Doch diese sind nicht besonders schön.
Das Terrarium bietet einen schönen Anblick und ist sowohl für
das Auge als auch im praktischen Sinn eine gute Lösung, sofern es genug gross ist. Es lässt
sich gut reinigen und ermöglicht dass die Degus gut beobachtet werden
können. Ausserdem ist Glas nagesicher. Neben den echten Terrarien mit
Schiebescheiben eignen sich auch zweckentfremdete Aquarien. Der Vorteil
von Aquarien ist, dass sie günstiger sind als Terrarien. Ausserdem
können sie auch besser in Kombination mit einem Vogel- oder Kleintierkäfig als Aufsatz
benutzt werden. Wenn man ihn noch mit Zwischenböden ausstattet, bekommt
man einen geräumigen, mehrstöckigen Degukäfig. Meist wird ein Aquarium erst dadurch zu einer degugerechten Unterkunft, da so das Manko der oft zu geringen Aquariumhöhe beseitigt wird.
Bei den Aquarien eignen sich nur die modernen rahmenlosen "Nur-Glas-Aquarien".
Bei den alten Rahmenaquarien sind die Scheiben mit bleihaltigem Kitt eingesetzt.
Dieser schadet den Degus, wenn sie ihn herausnagen. Bei den rahmenlosen Aquarien
sind die Scheiben mit, für Degus unschädlichem Silikon verklebt.
Der Vorteil der Terrarien gegenüber Aquarien ist die bessere
Belüftung und dass er nicht (nur) von oben, sondern (auch) von der Seite
zugänglich ist. Das erleichtert auch das Herausnehmen von Tieren und
ist auch bei der Zähmung von Vorteil. Die von oben kommende Hand passt
für den Degu in das Schema "Greifvogel", worauf sie mit Verängstigung
oder gar mit Flucht reagieren. Für die Zähmung bedeutet das, dass
es länger braucht, bis die Tiere zutraulich werden.
Die Belüftung wird durch feines, stabiles Gitter, meistens an einander
gegenüberliegenden Flächen gewährleistet. Bei Aquarien sammelt
sich die schlechte Luft am Boden und ermöglicht dank der Feuchtigkeit
des Urins eine Umgebung die Pilzsporen und Krankheitskeime begünstigt.
Daher sollte man beachten, dass bei der Reinigung die Luft ausgetauscht wird.
Die schlechte Luft wird z.B. mit einem Fächer herausgefächert. Zudem darf die kürzere Seite der Grundfläche nicht kürzer sein, als die Höhe, damit der Luftaustausch nicht all zu sehr beeinträchtigt wird.
Der Käfigselbstbau lässt Ihnen viele Freiheiten. Sie können einen ungeeigneten Käfig degutauglich machen, indem Sie die ungeeigneten Teile entfernen, zu geringe Höhe oder Grundfläche durch An- oder Aufbaue beseitigen und nagegefährdete Teile schützen.
Eine andere Variante ist der Umbau von Möbeln. So kann man z.B. aus einem grossen Schrank eine geräumige Voliere machen, indem man Fenster heraussägt und davor Gitter befestigt, Etagen einbaut, etc. Auch Regale oder kleinere Schränke eignen sich gut als Grundgerüst für Degukäfige. Sind die Möbel zu klein, können auch sie durch An- oder Aufbau vergrössert werden.
Die dritte, aber vermutlich aufwändigste und schwierigste Variante ist der komplette Selbstbau. Sie bietet dafür die grössten Freiheiten bei der Gestaltung. Der Zeitaufwand für die Planung und vor allem für den Bau darf nicht unterschätzt werden. Gerade bei etwas komplizierteren Konstruktionen kann das sehr schnell viel Arbeit verursachen.
Bei allen Varianten ist es wichtig, wenn Sie Hand anlegen, dass die Unterkunft nagesicher und stabil wird und den Degus keine Schwachstelle bietet, die ihnen eine Flucht ermöglichen könnte. Falls Sie sich das nicht zutrauen, wenden Sie sich an jemand, der damit Erfahrung hat oder kaufen Sie sich ein Aquarium oder Terrarium. Bauen Sie einen Kleintierkäfig um, dann sollten Sie beachten, dass er die Mindestgrösse erfüllt und dass das Gitter nicht mit Kunststoff beschichtet ist. Ausserdem sollte der Gitterabstand nicht zu gross sein. Er sollte nicht grösser als 2 cm sein (bei Jungtieren noch kleiner). Die Plastikwanne kann durch eine aus nichtrostendem Metall oder eine Glaswanne ersetzt werden.
Sehr beliebt, vor allem bei den erfahreneren Deguhaltern, ist die Voliere, da sie auf einer relativ kleiner Grundfläche viel Platz für Degus bietet. In der Grundfläche liegt aber auch ein Nachteil. Volieren mit anständiger Grundfläche über 0,5 Qudaratmeter sind nicht einfach zu beschaffen, da viele diesen Anforderungen nicht entsprechen. Wer seine Voliere selber baut, ist nicht auf die Angebote angewiesen und hat diese Probleme nicht. Ein weiteres Problem bei den Volieren liegt in ihrer Höhe. Die Innenetagen sollten daher so angeordnet werden, dass die Degus nirgends zu tief herunterfallen können. Dazu kann man entweder in gewissen Abständen durchgezogene oder dann gegenseitig versetzte und überlappende Etagen einbauen, damit die maximale Fallhöhe auf ein unkritisches Mass begrenzt wird. Bis zu 0,5 Meter Höhe ist sicher kein Problem, ab einem Meter wird es gefährlich und sollte auf jeden Fall vermieden oder abgesichert werden.
Auch aussen könnten die Degus herunterspringen, daher sollte die Voliere so konstruiert sein, dass wenn man sie öffnet, die Degus nicht gerade herausspringen können.
http://www.octodons.ch/rechner/ Degukäfigrechner: Dieser Rechner berechnet anhand der eingegebenen Käfigmasse, ob der Käfig genug gross ist und wie viele Degus darin maximal Platz hätten.
http://www.degus-online.de/kaefiganleitung.htm Käfigbauanleitung unter degus-online.de
Degu Ratgeber online: http://degu.re4.ch/ratgeber/anschaffung_unterkunft.html (Stand: 31. Dez. 2007)