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Degu Ratgeber

Der Deguratgeber ist ein Projekt von Octodons.ch und Degupedia.de.

8.1 Aktivität

Degus sind tagaktiv und damit vorwiegend den Tag durch wach und schlafen in der Nacht (wobei das nicht bedeutet, dass sie die ganze Nacht durch ruhig sind). Das ist eigentlich eher untypisch, da die meisten Verwandten der Degus in Chile nachtaktiv sind. Der Degu ist dort eines der wenigen tagaktiven Nagetiere. Besonders aktiv sind Degus in den eher frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag bis in die Abenddämmerung und Nacht hinein. Einige Degus zeigen in Gefangenschaft typisch nachtaktives Verhalten. Wer nun sein Zimmer mit den Degus teilt, darf sich daher nicht wundern, wenn die kleinen Kobolde sich nicht an Nachtruhezeiten halten und statt dessen die halbe Nacht damit verbringen Lärm zu verursachen, in dem sie z.B. scharren oder nagen. Wer einen leichten Schlaf hat, sollte daher die Degus nicht im Schlafzimmer halten oder er muss sich mit Hilfsmittel wie z. B. Oropax behelfen.

In Gefangenschaft wechseln sich während dem Tag mehrere Aktivitäts- und Ruhephasen ab. Die Degus sind oftmals während dem Morgen aktiv und ruhen dann während dem späten Vormittag und Mittag. Am Nachmittag und gegen den Abend werden sie dann wieder munter. Sie ziehen sich aber erst gegen Nacht in ihre Schlafplätze zurück, welche oft gewechselt werden. Während den Ruhephasen bilden die Degus meist an offenen, erhöhten Orten wie grossen Steinen, sofern sie in grösseren Gruppen (3 Degus oder mehr) gehalten werden, Kuschelhaufen. Oftmals gehen die Kuschelhaufen in gegenseitige Fellpflege über. Die Aktivitätsphasen verbringen sie vorwiegend mit Futtersuche und Fressen, Nagen, gegenseitige Fellpflege, aber auch mit Bewegung, Klettern, Nestbau und anderen Beschäftigungen.

Wildlebende Degus sind streng tagaktiv. Ihre Aktivität ist allerdings abhängig von dem Klima, dem sie ausgesetzt sind. Dieses wird nämlich anfangs Dezember, aufgrund Wassermangel und Hitze (verursacht durch das warme, trockene Klima), für Degus problematisch. Sie zeigen eine geringe Verträglichkeit von hohen Temperaturen. Gemäss Rosemann et al. (1976, zitiert in Le Boulengé & Fuentes 1978) können Degus bei Temperaturen über 33-35 °C nicht überleben, wenn die Luftfeuchtigkeit höher als 35 % ist. Da diese Limiten an mehreren Tagen im Jahr überschritten werden, müssen die Degus ihre Aktivitäten entsprechend anpassen. Ähnlich wie Fette Sandratten (Frenkel et al. 1972) zeigen Degus daher ein saisonal alternierendes Aktivitätsmuster. Während sie im Winter die pralle, aber wenig intensive Sonneneinstrahlung voll nutzen und den ganzen Tag durch an der Oberfläche zu sehen sind, meiden sie im Sommer die heisse Mittagssonne und sind vor allem am frühen Morgen und späten Nachmittag und Abend aktiv, wenn die Sonneneinstrahlung wenig intensiv ist (Fulk 1976; Kenagy et al. 2002b).


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Degu Ratgeber online: http://degu.re4.ch/ratgeber/verhalten_aktivitaet.html (Stand: 31. Dez. 2007)


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