Ein Trinknapf lässt sich leichter aufstellen als eine Wasserflasche, doch sollte berücksichtigt werden, dass der Napf nicht verscharrt werden kann. Ausserdem sollte er gegen umstossen gesichert sein. Degus können einen Napf ohne weiteres auf einer ebenen Oberfläche mit ihren Zähnen herumschieben. Wenn Sie den Napf umzäunen können Sie verhindern, dass der von den Degus über die Kante gestossen wird und auskippt. Das Wasser im Trinknapf wird schnell verschmutzt und sollte deshalb genügend oft ausgewechselt werden. Als gutes Mass erachte ich es mehrmals pro Woche zu wechseln, bei Bedarf gar jeden Tag. Der Napf sollte so konstruiert sein, dass er nicht umgestossen werden kann. Ein schwerer Napf mit einem gegen innen gewölbten Rand wäre ideal.
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Trinknapf an erhöhter Stelle plaziert. | Trinknapf mit Seitenwänden gegen Verschieben gesichert. |
Der starke Nagetrieb der Degus macht den Einsatz von Wasserflaschen nicht einfach. Können die Degus irgendwo in die Flasche ein Leck nagen, z.B. wenn sie das Röhrchen durchnagen, dann ist die Flasche nicht mehr dicht und erfüllt ihren Zweck nicht mehr. Danebengegangenes Wasser bildet ein feuchtes Milieu, welches ideal für Krankheitserreger ist. Deshalb sollte die Flasche nagefest sein und unter der Wasserflasche sollte sich ein genug grosser Stein oder eine Steinplatte befinden. Dies verhindert dass die Einstreu nass wird und dadurch dass der Stein kein Wasser aufsaugt, verdunstet es auch eher und kann auch besser abgewischt werden.
Das Problem von Wasserflaschen und Trinknäpfe liegt darin, dass Sie dem Nagetrieb der Degus standhalten müssen. Ausserdem muss der geeignete Platz dafür vorhanden sein. Wasserflaschen lassen sich in einem Terrarium oder Aquarium kaum montieren.
Einige (wenige) Deguhalter sehen daher den Ausweg darin, dass sie den Flüssigkeitsbedarf ihrer Degus fast ausschliesslich mit Saftfutter decken und auf Trinknapf und Wasserflasche weitgehend verzichten.
Gerade für Anfänger ist dies überhaupt nicht empfehlenswert! Denn um den Flüssigkeitsbedarf abzudecken sind stets grosse Mengen an Saftfutter erforderlich, deren Beschaffung wohl nicht immer ganz so einfach ist, als das bei Wasser der Fall ist, und ganz ohne Wasser geht es doch nicht! Trächtige Weibchen, an Diabetes erkrankte Degus oder sonst kranke Degus, die nicht in der Lage sind ihre benötigte Menge an Saftfutter zu fressen, haben einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Um diesen mit Sicherheit decken zu können, sollten sie jedenfalls noch Wasser in einem extra Gefäss bekommen. Das ist auch an heissen Sommertagen sehr ratsam, da auch dann ihr Flüssigkeitsbedarf grösser ist.
Zudem haben viele Degus saftiges Futter nicht gerne und bei der Verfütterung von Saftfutter muss die Unterkunft regelmässig nach alten Resten überprüft werden. Werden diese nicht entdeckt, dann können sie schimmeln. So gesehen ist diese Variante nicht wirklich besser, sie wird deshalb auch kaum angewandt!
Die alleinige Verfütterung von Saftfutter ist sehr riskant und setzt eine besonders gute Überwachung voraus, damit die Tiere keinesfalls durst haben müssen oder gar verdursten. Wasserflasche und Trinknapf sind gute Alternativen, dass sie die Saftfuttervariante überflüssig machen. Sie wurde vor allem der Vollständigkeit wegen aufgeführt.
Bei Verwendunng von einem Napf oder einer Flasche kann Saftfutter natürlich trotzdem angeboten werden, einfach im Sinne von Futter und nicht primär um den Durst zu stillen.
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