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8.3 Vergesellschaftung
Vergesellschaften mit anderen Degus sollte durch langsames, schrittweise aneinander Gewöhnen realisiert werden. Folgenden Methoden können dazu angewandt werden:
- Käfige in der Mitte trennen mit einem Gitter.
- Käfige in regelmässigen Abständen wechseln, dabei die Einstreu nicht sofort wechseln, damit sie sich an den Uringeruch der anderen Degus gewönen.
- Käfigen nahen zusammen stellen: Degus können einander riechen, hören und sehen.
- Käfig (Transportbox oder ähnliches) in Käfig: nur für kurze Zeit, für einen Degu, um zu schauen wie die Gruppe auf ihn und er auf die Gruppe reagiert.
Eine erfolgreiche Vergesellschaftung setzt voraus, dass Stress und unnötige Streits vermieden werden. Rangkäpfe dagegen sollten nicht unterdrückt werden, denn sie sind wichtig für die nachhaltige Stabilität der Gruppe.
Das Risiko, dass die Vergesellschaftung misslingt besteht immer, denn es gibt keine unfehlbaren Erfolgsrezepte oder Kombinationen. Selbst in gut eingelebten Gruppen kann es zu unvorhersehbaren Spannungen kommen. Die Warscheinlichkeit ist da allerdings gering, dass dies eintrifft.
Am ehesten treten Probleme während der Vergesellschaftung oder aber auch erst einige Zeit danach auf oder bei Änderungen z.B. Standortwechsel der Unterkunft, Käfigwechsel, Änderungen in der Gruppe durch Tod, Trennung oder Hinzufügen eines oder mehreren Degus.
Bei der Vergesellschaftung sollten folgende Dinge beachtet werden:
- Die Zusammenführung sollte auf neutralem Boden stattfinden.
- Bei gemischten Gruppen aus Männchen und Weibchen müssen die Männchen kastriert werden.
- Kastrieren wirkt sich nicht auf den Charakter aus! In einer reinen Männchengruppe sollte also aus diesem Grund sicher nicht kastriert werden.
- Der Körpergeruch spielt unter Degus keine unbedeutende Rolle und sollte daher auch berücksichtigt werden. Wenn Sie das Sandbad im Käfig lassen und den Sand nur noch selten wechseln, so werden die Degus durch den Sand alle einen sehr änlichen Geruch annehmen, verursacht durch den Umstand, dass das Sandbad von den Degus mit Urin markiert wird.
Bei der Vergesellschaftung spielt auch die Zusammensetzung der einzelnen Tiere eine Rolle. Dabei gibt es bessere und weniger gute Kombinationen:
- Jungtiere geniessen Welpenschutz, das bedeutet, dass sie normalerweise von erwachsenen Degus privilegiert behandelt werden. Eine Vergesellschaftung mit Jungtiere zu einem oder mehreren erwachsenen Degus verläuft daher vielfach erfolgreich. Ausnahmen sind natürlich nicht ausgeschlossen.
- Die Vergesellschaftung von einem kastrierten Männchen und einem Weibchen verläuft vielfach problemlos. Dies ist eine sehr gute Konstellation und eignet sich beispielsweise um einzelne Degus zu vergesellschaften, die sonst etwas schwierig im Umgang mit anderen Degus sind.
- Gruppen aus Degus, die gemeinsam aufgewachsen sind, verstehen sich in der Regel meist gut, dass das Risiko sich zu zerstreiten eher klein ist.
- Bei einer gemischten Gruppe mit mehr als einem Männchen besteht ein höheres Risiko, dass die Guppe sich zerstreitet und getrennt werden muss.
- Bei gemischten Gruppen, die aus mehr Männchen bestehen als Weibchen ist das Risiko sehr hoch, dass die Gruppe sich zerstreitet, da sich früher oder später die Männchen um die Weibchen streiten werden, weil diese in der Unterzahl sind. Das kann fatale Folgen haben, wenn man dann nicht sofort eingreifen kann. Daher sollte eine solche Konstellation unbedingt bereits im Voraus ausgeschlossen werden.
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