Degus suchen die gegenseitige Gesellschaft zu Artgenossen. Sie spielen miteinander, streiten sich, kuscheln, kümmern sich um einander und pflegen sich gegenseitig. Sie brauchen den sozialen Kontakt zu Artgenossen, denn andere Haustiere können diesen Kontakt niemals ersetzen, da die Interessen und das Verhalten von Degus und anderen Haustieren sich zu sehr voneinander unterscheiden. Oftmals wenn sich zwei Degus begegnen, vor allem wenn sie sich schon etwas länger nicht mehr gesehen haben, strecken sie die Nasen zusammen und begrüssen sich gegenseitig und mit Nasen-Nasen-Kontakt und leisen Trillerlauten, was oft auch in ein freundschaftliches, gegenseitiges Kehlen- und Brustbeknabbern übergeht.
Ablauf: Die zerstrittenen Degus richten sich auf und mit viel Lärm gehen sie dann aufeinander los. Sie versuchen den andern umzustossen oder zu verscheuchen. Wenn dann einer auf den Boden fällt, dann rollen sie auf dem Boden weiter. Dabei stossen sie beinahe ununterbrochen quäkende Laute aus. Das kann sehr lustig tönen und auch witzig aussehen, vor allem dann wenn man weiss, dass sie nicht die Absicht haben sich gegenseitig zu verletzen.
Das Ende: Der Kampf endet, wenn ein Tier aufgibt und sich zurückzieht.
Zweck: Bei dieser Art von Streit handelt es sich um ein Kräftemessen. Auch zum Imponieren oder bei Rangeleien wird so gekämpft. Degus streiten so auch noch oft um Futter, vor allem wenn sie grossen Hunger haben.
Dieser Kampf ist eine todernste Angelegenheit, denn hier geht es wirklich um Tod oder Überleben. Die Degus haben die Absicht den andern zu Verletzen, bis er flieht oder stirbt. Der Kampf läuft lautlos und blitzschnell ab.
Ablauf: Der Angreifer attackiert seinen Gegner, indem er ihn anspringt wie ein Raubtier seine Beute. Sie verbeissen sich dann ineinander und rollen in einem Knäuel über den Boden. Dabei geben die Degus keinen Laut von sich. Wenn dann der unterlegene Degu verletzt ist, stösst er Klagelaute aus. Doch diese halten den Angreifer nicht davon ab, den Kampf zu beenden. Darum muss die Pflegeperson schnell eingreifen.
Was muss die Pflegeperson tun? In einer solchen Lage ist es wichtig, schnell zu handeln, eingreifen und den attackierten Degu entfernen. Der attackierte Degu hat in einem Degukäfig oder Terrarium kaum eine Fluchtmöglichkeit um dem Angreifer davonzukommen. Das ist aber wichtig, damit er Abstand und Ruhe hat von seinem Angreifer, welcher ihn sonst weiter verfolgt und bekämpft, bis dieser stirbt. Die beiden zerstrittenen Degus sollten dann für immer voneinander getrennt gehalten werden.
Wie kann es zu so einem Kampf kommen?
Hier ist es sehr wichtig, dass so spät wie möglich eingegriffen und nur im Notfall getrennt wird. Denn wenn man zu früh eingreift und gleich trennt, dann besteht die Gefahr, dass die getrennten Degus nie mehr zusammengebracht werden können. Anderseits lässt sich vielleicht eine Trennung vermeiden und die Degus finden sich mit der geklärten Rangordnung ab.
Im Normalfall suchen Degus den Kontakt zu ihrer Pflegeperson, sind aber auf diesen Kontakt nicht zwingend angewiesen, da sie untereinander engen Kontakt pflegen. So kann es also durchaus vorkommen, dass sie ihre Pflegeperson eher meiden, wenn diese sie etwas unsanft behandelt. Gegenüber fremden Leuten sind sie aber fast immer ängstlich und zurückhaltend. Sie können gar Warnrufe von sich geben, wenn sie dann noch durch eine ruckartige Bewegung, ein erschreckendes Geräusch oder sonst einen für Degus gefährlich erscheinenden Grund erschreckt werden. Auch das Hecheln oder bloss die Anwesenheit eines Hundes kann Degus in Alarmbereitschaft versetzen. So gesehen sind Degus gute, aber nicht unbedingt immer zuverlässige Alarmanlagen. Allgemein sind Degus angenehm im Verhalten gegenüber Menschen. Degus mögen allerdings nicht gerne lange still sitzen. Sie werden dann nervös und versuchen sich Auslauf zu verschaffen. Dann ist es besser sie in ihren Käfig zurückzulassen. Wenn Degus unter Stress stehen oder wenn man sie reizt, dann können sie zubeissen. Im Normalfall beissen sie aber niemanden.
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