In den meisten Fällen macht die Zucht bei Degus keinen Sinn. Daher will ich gar nicht gross auf die Details der Zucht eingehen. Allerdings gibt es einige wichtige Dinge zu erwähnen, unter anderem welche Fakten gegen gewollte Vermehrung sprechen.
Die Zeiten sind vorbei, als der Degu als seltenes und unbekanntes Haustier galt und Erbkrankeiten bei Degus eine Seltenheit waren. Unterdessen sind viele Degus krankheitsanfälliger, da durch einige Inzuchtfälle bei ihren Vorfahren oder durch Zucht mit Degus ähnlicher Erbveranlagungen die Veranlagung zu Erbkrankheiten gestiegen ist.
Dazu kommt, dass vielerorts ein Überangebot an Degus in Tierheimen, Zoohandlungen und bei Privatpersonen besteht. Da macht die Abnahme von Degus aus Tierheimen oder von verantwortungsbewussten Privatpersonen mehr Sinn, um so dem Überangebot entgegenzuwirken und einigen Notfalldegus dadurch bessere Lebensbedingungen zu bieten.
"Junge Degus ohne züchten"... Das klingt vielleicht paradox, aber der Umstand der vielen Degunotfälle lässt sowas zu: Trächtige Degus in Tierheime sind oft ein Problem. Erwachsene Tiere sind sowieso schon schwieriger zu vermitteln und trächtige Tiere erst recht. Wenn Sie einen trächtigen Degu nun aufnehmen, können Sie Nachwuchs beim Aufwachsen beobachten und den Tieren ein gutes Zuhause bieten. Allerdings ist es nicht überall der Fall, dass trächtige Degus in Tierheime sitzen und eine gewisse Doppelmoral hat die ganze Sache dennoch, denn Junge gibts nur, wenn vermehrt oder gezüchtet wird.
Geschlechtsreife: Der früheste Zeitpunkt liegt bei sieben Wochen bei weiblichen Degus, bei männlichen Degus bei drei Monaten. Sie kann aber auch später eintreten.
Tragzeit: Sie beträgt rund drei Monate. Das ist für die Grösse dieses Tieres relativ lange, aber die Erklärung liegt darin, dass Degus Nestflüchter sind und bereits fix fertig mit Zähne und Fell zur Welt kommen.
Geburt: Degus können bei uns das ganze Jahr zur Welt kommen, in ihrer natürlichen Heimat sind es der Herbst und zum Teil zusätzlich der Vorfrühling. Die Anzahl Junge kann zwischen einem bis zwölf Jungtiere variieren, wobei Würfe mit mehr als sieben Junge sehr selten sind. Drei bis fünf Neugeborenen sind die Regel. Die Jungen werden dann etwa vier Wochen lang gesäugt.
Die Kastration von männlichen Degus ist die einzige Lösung, welche eine gemischtgeschlechtliche Deguhaltung rechtfertigt. Natürlich birgt die Kastration, wie jeder chirurgische Eingriff gewisse Risiken und gerade bei so kleinen Tieren wie Degus ist ein solcher Eingriff noch etwas kritischer.
Wichtig zu wissen ist, dass der Degu nach der Kastration noch zeugungsfähig ist, da er noch eine gewisse Reserve an Spermien im Samenleiter hat. Daher sollte er in den folgenden 6 Wochen keinen direkten Kontakt zu den weiblichen Artgenossen haben.
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